Die Geschichte des Internationalen Frauentages dokumentiert ein Stück Geschichte des politischen Kampfes um soziale und politische Gerechtigkeit. Er ist ein Kampf- und Gedenktag, der die historische Bedeutung verbindet mit der aktuellen Notwendigkeit und zukünftigen Perspektive einer tatsächlichen Gleichstellung der Frauen. Der 8. März ist weltweit ein Tag der Solidarität für gleiche und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen. Er ist ein Tag, der für Frauen in aller Welt zum Symbol der Stärke und Schwesterlichkeit geworden ist. Der Internationale Frauentag erinnert aber auch an die Tradition und das Engagement der sozialistischen Frauenbewegung um die Jahrhundertwende.
Geschichtliche Entwicklung:
Den ersten Internationalen Frauentag in Deutschland gab es 1911. Im Mittelpunkt stand die Forderung staatsbürgerlicher Rechte, insbesondere das Wahlrecht der Frauen. Über eine Million Menschen gingen an diesem Tag auf die Straße, um sich für ihre Rechte einzusetzen.
Entwickelt hat sich der internationale Frauentag aus der der sozialistisch orientierten Arbeiterschaft in Amerika. Zunächst war die Bildung gewerkschaftlicher Organisationen, die Durchsetzung von verbesserten Arbeitsbedingungen und die Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen vordergründig. Eine Fortsetzung fand die Tradition des Internationalen Frauentages nach dem Krieg vor allem in östlichen Ländern Europas. In der westlichen Welt gewann dieser Tag erst wieder Bedeutung mit der neuen Frauenbewegung Anfang der 70er Jahre. In dieser Zeit entwickelte er sich zum zentralen Aktionstag für Frauenrechte mit unterschiedlichen politischen Akzenten.
Zum 8. März gehören selbstverständlich auch internationale Frauenlieder. Nicht wegzudenken ist dabei das Lied "Brot und Rosen", das mit dem Streik von 14.000 Textilarbeiterinnen in Lawrence (Massachusetts) am 14. März 1912 verbunden wird. Sie forderten nicht nur gerechten Lohn, sondern auch menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen. Dieses Lied ist mittlerweile zum Symbol der Frauenbewegung geworden, da es beide Komponenten eines werten Lebens anspricht: Brot - ausreichende materielle Voraussetzungen, um ohne Armut und Hunger zu leben und Rosen - als Symbol für die Schönheiten des Lebens.
Wenn wir zusammen gehn,
geht mit uns ein schöner Tag,
durch all die dunklen Küchen,
und wo grau ein Werkshof lag,
beginnt plötzlich die Sonne
uns're arme Welt zu kosen,
und jeder hört uns singen
"Brot und Rosen!"
Lied aus dem Jahr 1912, entstanden bei einem Streik von <nobr>14.000 TextilarbeiterInnen</nobr> gegen Hungerlöhne und Kinderarbeit in Lawrence, USA.
"Brot und Rosen!" - Diese Worte wurden zum Motto der amerikanischen Frauenbewegung.
Die wohl bekanntesten Vertreterinnen der deutschen Frauenbewegung dürften Clara Zetkin und Rosa Luxemburg sein.
Heutige Situation:
Obwohl der Gleichberechtigungsgrundsatz seit 1949 im Grundgesetz verankert ist, hat er leider auch zu Beginn des neuen Jahrtausends die soziale Wirklichkeit, den Alltag und das Bewusstsein vieler Menschen noch nicht erreicht oder verändert. So haben Mädchen und Frauen in Deutschland inzwischen in Bildung und Ausbildung mit den Jungen und Männern gleichgezogen und erzielen oftmals sogar bessere Abschlüsse. Dennoch sind sie in den mittleren Führungspositionen und Spitzenfunktionen der Berufe stark unterrepräsentiert. Zudem konzentrieren sie sich weitgehend in schlechter bezahlten „typischen Frauenberufen“, sodass sie im Durchschnitt weniger verdienen als Männern und weitaus geringere Aufstiegschancen haben. Die Folgen davon sind: überdurchschnittlich hohe und lang anhaltende Arbeitslosigkeit, geringere Rentenansprüche und Altersarmut.