Derzeit wird darüber nachgedacht, wie Familien mit Kleinkindern und pflegebedürftige Menschen von zusätzlichen Müllgebühren entlastet werden könnten. Die Linken in Blieskastel haben dazu einen Vorschlag unterbreitet.
(05.01.2011) Geht es nach der Linken in Blieskastel, könnten bestimmte Familien schon bald von einem Teil der Müllgebühren entlastet werden. Die Partei schlug vor, einen städtischen Windelshop zu installieren und ein Bonussystem für Familien mit Kleinkinden unter drei Jahren einzurichten. Sie sollen wegen des zusätzliches Gewichtes in den Mülltonnen gegenüber Kinderlosen und Gesunden nicht benachteiligt werden. Die Idee stieß auf unterschiedliche Reaktionen bei den Parteien.
Achim Jessel von der SPD in Blieskastel sagte auf Anfrage, man unterstütze familienfördernde Maßnahmen: „Wir stehen dem Vorschlag der Linken positiv gegenüber.“ Entscheidend sei jedoch, wie hoch der Verwaltungsaufwand sein werde. CDU-Sprecher Holger Schmitt wies darauf hin, dass das Thema nicht neu sei. Viele Fragen seien noch offen. Man müsse die Aussprache darüber im Ausschuss abwarten, der voraussichtlich im Februar tagen werde.
Die Linke hatte vorgeschlagen, dass die Stadt Blieskastel Windeln in großen Mengen kaufen sollte. Dadurch könnten Familien Preisnachlässe erhalten. Zudem könne die Stadt über den Mengenrabatt eine Rendite erwirtschaften. Außerdem schlug die Partei ein Bonussystem vor, bei dem Familien mit Kleinkindern am Ende des Jahres die Mehrkosten für eine 240-Liter Mülltonne erstattet bekämen.
In Urexweiler gibt es seit Anfang des Jahres bereits ein Konzept, durch das Familien unterstützt werden können. Nach Angaben des CDU-Abgeordneten Peter Kessler könnten Inkontinenz-Patienten 70 Euro und Familien mit Kindern unter drei Jahren 27 Euro pro Jahr als Zuschuss zu den Müllgebühren aus der Gemeindekasse bekommen. Bisher seien aber noch keine Anträge gestellt worden. (abu/red)