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5. Januar 2011

Linke will städtischen Windelshop

Die Blieskasteler Linke hat einen neuen Anlauf in Sachen Windelmüll unternommen. Sie fordert einen städtischen Windelshop, der Familien bei den Müllgebühren entlaste und sogar Gewinn abwerfen könne.

 

 

Geht es nach dem Willen der Linken, sollen sich im Blieskasteler Rathaus bald schon die Pforten zu einem städtischen Windelshop öffnen. Foto: PM Geht es nach dem Willen der Linken, sollen sich im Blieskasteler Rathaus bald schon die Pforten zu einem städtischen Windelshop öffnen. Foto: PM ib-ib-rathaus-JPG_7992_4874Blieskastel. Die Partei die Linke in Blieskastel lässt beim Thema Entlastung von Familien, die viele Windeln benötigen, nicht locker. Nachdem kürzlich im Stadtrat der Vorschlag der Linken in den Ausschuss verwiesen wurde, kostenlose Windelsäcke für Familien mit Kindern und pflegebedürftigen Menschen bereitzustellen, haben sie jetzt einen eigenständigen kommunalen Windelverkauf gefordert.

Wie die Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Linken Blieskastel, Yvonne Ploetz, mitteilt, solle die Stadt Blieskastel Windeln "in großen Mengen" einkaufen und dabei einen Mengenrabatt von rund 25 Prozent erhalten, wobei eine Rendite von sieben Cent pro Windel erzielt werde. Die Windeln würden an die betroffenen Familien mit Kleinkindern und Demenzkranken verkauft, die statt in ein Geschäft zu gehen, zum städtischen Windelshop kommen. "Die Familien erhalten beim Einkauf Entsorgungs-Bonuspunkte, die sie sammeln und anhand derer sie am Ende des Jahres die Mehrkosten für eine 240 Liter-Tonne erstattet bekommen", so Ploetz.

Nach Berechnungen der Linken, sei als realistisch zu werten, dass sich nicht alle potenziell Betroffenen an dem System beteiligen. "Würden aber 235 Personen (50 Prozent) das Angebot in Anspruch nehmen und die Stadtverwaltung wirtschaftlich arbeiten, so würde das gesamte Bonussystem einen Gewinn von 2123 Euro pro Jahr erzielen. Die beiden Posten Personalkosten und Miete entfallen komplett, falls bestehende städtische Ressourcen zur Verfügung gestellt werden können", so Ploetz. Ansonsten könne sogar noch ein neuer Mitarbeiter für 14 Stunden pro Woche beschäftigt werden. Fazit für die Blieskasteler Linken-Chefin: "Die betroffenen Familien wären entlastet, es wären nicht nur die Kosten gedeckt, man würde sogar noch Gewinn erzielen, auch bei einer Beteiligung von 50 Prozent. Die gesamte Logistik ist einfach zu handhaben. Stigmatisierungen sind nicht zu befürchten. Ein Arbeitsplatz würde geschaffen." Wie die Linken-Vorsitzende weiter erklärt, würden saarlandweit Windelsack-Konzepte aus dem Boden schießen. Und das habe seinen Grund: Windeln brauchten viel Platz in der Tonne und das koste Geld. Eine familienfreundliche Stadt müsse darauf mit einem Konzept reagieren und "die Betroffenen von den enormen Kosten entlasten". Die Linke lege ein Konzept vor, das es so noch nie gegeben habe. Nun sei die Stadtverwaltung von Blieskastel gefordert. Die Konzeption sei hauptsächlich durch das Blieskasteler Linken-Stadtratsmitglied Peter Rebmann erarbeitet worden, der betont: "Das ist das erste Windelentsorgungskonzept, das die sowieso klamme Kasse der Kommune nicht belastet. Wo andere Städte und Gemeinden Zehntausende für die Windelsackentsorgung bereitstellen müssen, kann Blieskastel hiermit sogar noch Gewinne erzielen."