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6. Juni 2008

Ganztagsschulen brauchen auch ein „Ganztagskonzept“

Die saarländische Landesregierung hat am Mittwoch ein 14,5- Millionen- Euro- Programm zum Ausbau der Betreuung an freiwilligen Ganztagsschulen vorgelegt.

Für Yvonne Ploetz, bildungspolitische Sprecherin der saarländischen Linksjugend, ersetzt jedoch „der unüberlegte, wahltaktische Einsatz von mehr Geld nicht das fehlende bildungspolitische Gesamtkonzept.“

Deutschlandweit nehmen am Nachmittagsunterricht auf freiwilliger Basis etwa 80 Prozent der Schüler freiwillig an drei oder mehr Tagen teil. (Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen in Deutschland).

„Dieser starken Nachfrage und dem Bedürfnis nach der Betreuung und Förderung über die Unterrichtszeit hinaus muss man auch im Saarland endlich gerecht werden. Aber nicht in beitragspflichtigen nachmittäglichen Hausaufgaben- Betreuungen, die derzeit im Saarland auch noch oftmals von Ehrenamtlichen ausgeführt werden!“

Die Nachmittagsgestaltung muss durch Förderunterricht in enger Kooperation mit dem jeweiligen fachbetreuenden Lehrer die kommerziellen Nachhilfeangebote erübrigen. In einem breiten Angebot an Arbeitsgemeinschaften, praktischen Ausbildungen (beispielsweise in Kooperation mit Firmen, Altenheimen, Kindergärten etc) wird individuellen Interessen Rechnung getragen und eine umgreifende Förderung von Begabungen ermöglicht.

Diese qualitativ hochwertigen Möglichkeiten der Selbstverwirklichung wecken, fördern und festigen das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein der beteiligten Kinder und Jugendlichen.

„Den bestmöglichsten Rahmen für ein solches System stellt das Modell der Gemeinschaftsschule dar. Wir brauchen im Saarland dringend ein bildungspolitisches Gesamtkonzept. Mit ständigen Reparatur- und Beschönigungsmaßnahmen muss endlich Schluss sein!“, so Ploetz abschließend.