Noch im Jahr 2008 glänzt das saarländische Bildungssystem mit Kopfnoten auf dem Zeugnis- und das obwohl diese verstaubte Disziplinierungsmaßnahme mehr an „Strammstehen“ und Bismarck-Ära erinnert als an ein gegenwärtiges pädagogisches Schulkonzept.
Benotet werden im Saarland die beiden „Fachgebiete“ Verhalten und Mitarbeit. „Doch niemand kann sich und sein Verhalten in einer Zahl von 1 bis 4 wiederfinden“, kritisiert die bildungspolitische Sprecherin der saarländischen Linksjugend, Yvonne Ploetz, aufs Schärfste. „Kopfnoten dienen als Druck-, Selektions- und Disziplinarmittel und gehören abgeschafft- Wir sind gegen Bestrafung von Individualität!“
Teamfähigkeit, Kooperationsbereitschaft und Verantwortungsbereitschaft lassen sich nicht mit Hilfe von Notendruck erreichen. Soziales Verhalten zu erlernen ist ein Prozess, der viel Aufmerksamkeit und Zeit erfordert. Lob und Kritik sollten deshalb in der direkten Situation geäußert werden können und nicht erst ein halbes Jahr später auf einem Zeugnis stehen. „Es muss ein Schulkonzept entwickelt werden, das diesem Anspruch gerecht wird!“