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Sportpolitische Leitlinien

Grundlage: Entwurf von Sportpolitischen Grundsätzen der BAG Sportpolitik


Sport bedeutet aktive Teilname am gesellschaftlichen Leben. Sport und Bewegung dienen der Erhaltung und Festigung der Gesundheit, der systematischen Prävention und Förderung gesundheitsbezogener Lebensstile. "Sport für Alle" ist eine Grundforderung gesellschaftlicher und individueller Lebensqualität.

Die LINKE.Saar bewahrt und pflegt die humanistischen und völkerverbindenden Werte des Sports.

Die LINKE.Saar betrachtet den Sport als ein hohes Kulturgut, unverzichtbar für die Selbstverwirklichung des Menschen, für seine Lebensqualität und die der ganzen Gesellschaft.

Sport ist leistungsstimulierend, fördert und entwickelt wesentliche gesellschaftliche und individuelle Werte, wie Eigenleistung, Begeisterungsfähigkeit, Engagement, Fairness und bietet vielfältige Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung.

Der Sport verbindet unterschiedliche Generationen, Menschen unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft, unterschiedlichen Geschlechts und Menschen mit und ohne Behinderungen. Er fördert die soziale Kompetenz von Kindern und Jugendlichen.

Sport, das ist Fairplay und Leistungsstreben. Die LINKE.Saar unterstützt das Streben nach höchster sportlicher Meisterschaft. Sie sieht darin ein Recht auf Selbstbestimmtheit und Entfaltung sportlichen Talents.

Sport fördert die Integration und wirkt Gewaltbereitschaft, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entgegen. Niemand darf wegen seiner Rasse, Abstammung, Nationalität oder Sprache, seiner wirtschaftlichen oder sozialen Lage, seines Geschlechts, Alters oder einer Behinderung, seiner religiösen, weltanschaulichen oder politischen Anschauungen wegen benachteiligt bzw. diskriminiert und vom Sport ausgeschlossen werden. Sport für alle muss machbar sein, Spaß machen und die Lebensqualität positiv beeinflussen.

Die LINKE.Saar will Chancengleichheit und einen manipulationsfreien Sport. Sportförderung bedeutet die Bereitstellung und Erhaltung von Sportstätten, die Sicherung ihrer entgeltfreien Nutzung sowohl durch gemeinnützige Sportvereine, Schulen und Kitas, als auch durch einzelne Bürgerinnen und Bürger als Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge.

Die LINKE.Saar sieht den Sport als Einheit von Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport, Kinder- und Seniorensport, dem Behinderten- und Rehabilitationssport sowie Leistungssport im Nachwuchs- und Hochleistungsbereich.

Sport ist eine Querschnittsaufgabe vieler Politikfelder. Bildungs-, Gesundheits- Sozial- und Familienpolitik, Kinder- und Jugendpolitik, aber auch Wirtschafts-, Umwelt- oder Außenpolitik haben mit dem Sport zu tun.

Sportpolitische Ziele

Seiner großen gesellschaftlichen Bedeutung wegen setzt sich Die LINKE.Saar dafür ein, den Sport sowohl im Grundgesetz als auch in den Verfassungen der Länder zu verankern, Gesetze zur Sportforderung in allen Bundesländern zu verabschieden und Förderrichtlinien in den Kommunen anzustreben.

Die LINKE.Saar tritt dafür ein, dass jede staatliche und gesellschaftliche Sportforderung vorrangig einer zunehmenden breiten sportlichen Betätigung für jedermann und der Gesundheit der Menschen von frühester Kindheit bis ins hohe Alter dienen soll.

Die LINKE.Saar strebt die Erhaltung, Nutzung und systematische Verbesserung der Sportstätteninfrastruktur in den Kommunen und Ländern an und vergleichbare Regelungen auf Bundesebene zum Umgang mit dem gemeinnützigen Sport, dort wo die Bundesregierung Eigentümer von Sportstätten und Sportflächen ist.

Die LINKE.Saar setzt sich für eine stärkere Förderung des Ehrenamtes, ein vereinfachtes Vereinsrecht und die kontinuierliche Förderung der Sportwissenschaften.

Die LINKE.Saar setzt sich weiterhin dafür ein,

  • die gleichberechtigte Teilnahme der Mädchen und Frauen am Sport und ihre Mitbestimmung bei seiner Organisierung zu erreichen,
  • das Gleichstellungsgebot für Menschen I mit körperlichen und/oder psychischen Behinderungen durchzusetzen,
  • Möglichkeiten für die aktive Teilnahme älterer Menschen am Sport zu schaffen,
  • allen Menschen, die über keine eigenen ausreichenden finanziellen Mittel verfugen, den sozial Schwachen oder Arbeitslosen, den Zugang zum Sport und eine regelmäßige sportliche Betätigung zu ermöglichen, auch durch die Aufnahme als anerkannte Ausgabe in der Sozialhilfe,
  • die Förderung des Sports durch die Länder auf die Gestaltung des Kinder-, Jugend- und Breitensports zu konzentrieren,
  • das Steuersystem so zu reformieren, dass es die Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft zur direkten Unterstützung gemeinnütziger Sportvereine und des Sports aller Altersgruppen motiviert sowie<//font>
  • die ehrenamtliche Tätigkeit im und für den Sport steuerlich begünstigt,
  • die ehrenamtliche Tätigkeit im und für den Sport auf allen gesellschaftlichen und staatlichen Ebenen anzuerkennen und auch als Leistungen des öffentlichen Beschäftigungssektors zu fordern,
  • die Sportwissenschaft und die Sportmedizin kontinuierlich zu fordern und als eigenständige Wissenschaftsdisziplin anzuerkennen,
  • das gemeinsame Erbe aus der zeitweise getrennten sportlichen Entwicklung in Deutschland zu akzeptieren und Überreste von Diskriminierungen und Delegitimierungen zu überwinden.

 

Sportpolitische Positionen

Freizeit- und Breitensport

Freizeit- und Breitensport sind wesentliche Elemente einer gesunden Lebensweise, aktiver Freizeitgestaltung und sozialer Kommunikation.

Die LINKE.Saar unterstützt alle Anstrengungen zur Förderung des Freizeit- und Breitensports. Sie hilft, die verschiedensten Verantwortungsträger für 'die Unterstützung und Entwicklung des Breitensports und die Bereitstellung von Sportangeboten für alle Bürgerinnen und Bürger zu gewinnen, z. B. gemeinnützige Sportvereine, -gruppen und -initiativen, freie und private Initiatoren und Träger, Kitas, allgemein- und berufsbildende Schulen, Fach- und Hochschulen, Schul- bzw. Hochschulsportvereine, Träger von Jugend-, Frauen-, Behinderten-, Senioren- und Ausländer- oder Imigrantenprojekten.

Die Tätigkeit der gemeinnützigen Sportvereine und das damit verbundene bürgerschaftliche Engagement sind unverzichtbar und unersetzlich als soziale Leistung in und für die Gesellschaft.

Kinder- und Jugendsport

Die besondere Verantwortung der Gesellschaft für Kinder und Jugendliche schließt ihre wirksame Förderung ein, erfordert die konsequente Durchsetzung der Rechte der Kinder und Jugendlichen, insbesondere ihr Recht auf Spiet, Fürsorge und Betreuung, altersgemäße aktive Betätigung, Erholung und Wohlergehen auch im und durch den Sport.

Die LINKE.Saar strebt eine wirkungsvolle Bewegungserziehung als Bestandteil der Bildungsaufgabe im Vorschulbereich an, Sie setzt sich dafür ein,

  • den Sportunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach in den Bildungseinrichtungen, insbesondere in der Schule zu respektieren,
  • die tägliche Sportstunde als einheitliches und inhaltlich abgestimmtes Angebot von Unterricht (wöchentlich drei Stunden) gesetzlich zu regeln, durchzusetzen und im Zusammenwirken mit dem außerunterrichtlichen Sport anzustreben,
  • die Vereine mit Sportangeboten für Kinder und Jugendliche besonders materiell und finanziell zu unterstützen,
  • die ständige Zusammenarbeit aller Verantwortungsträger für den Kinder- und Jugendsport zu sichern, vor allem im Interesse ausreichender Sportangebote für alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig ob aus Einkind-, Großfamilien, von Alleinstehenden, Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern oder aus Familien mit unterschiedlicher kultureller Identität und Tradition stammend,
  • die Chancengleichheit für alle im Prozess der rechtzeitigen Sichtung und Entwicklung von Talenten sowie den chancengleichen Zugang zu entsprechenden Fördereinrichtungen und -möglichkeiten, z. B. -Sportschulen und -internaten, Schul- und Leistungssportzentren zu gewähren, und allen Talenten den Weg in die Eliteschulen des Sports zu öffnen,
  • dass die Jugendämter Sport als konkrete Projektforn1 der Jugendforderung gemäß SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe Kap. fünf) anerkennen und die Angebote gemeinnütziger Sportvereine und freier Träger unterstützen.

Schulsport

Bewegung, Spiel und Sport leistet einen unverzichtbaren Beitrag für die körperliche, soziale, und emotionale Entwicklung der Schülerinnen und Schülern. Bewegungserfahrungen im Unterricht steigern die Lernbereitschaft, Lernfähigkeit, Teamfähigkeit, das psychosoziale Wohlbefinden, soziale Kompetenzen und kann einen Beitrag zur Korrektur von Verhaltensauffälligkeiten leisten.

  • Die LINKE.Saar fordert die Wiederaufnahme und den generellen Ausbau der Kooperation zwischen Sportvereinen und Grundschulen bzw. Kindergärten. Womöglich in einer regelmäßig stattfindenden Informations- und Vorstellungseinheit für die Vereine. <//span>
  • Die LINKE.Saar fordert, dass Erfolge, die außerhalb der Schule in Vereinen erbracht wurden, in die Noten des Faches „Sport" einfließen, nachdem gewährleistet wurde, dass auch Kinder aus sozial schwächeren Familien dieses Angebot wahrnehmen können.

 

Leistungssport und Nachwuchsförderung

Sport schließt Streben nach Leistungen ein. Die LINKE.Saar unterstützt das Streben der Sportlerinnen und Sportler - auch der behinderten - nach höchster Meisterschaft. Sie sieht darin ein Recht auf Selbstverwirklichung und Entfaltung des sportlichen Talents. Der Spitzensport ist Bestandteil des organisierten Sports in der Bundesrepublik. Er bedarf der gesellschaftlichen Förderung und wirkt wiederum zurück auf die Entwicklung des Breiten- und Freizeitsports, besonders aber auf die Vorbildwirkung im Kinder- und Jugendbereich. Damit ist er ein wesentliches Element der Talentförderung und der Persönlichkeitsentwicklung.

Die LINKE.Saar unterstützt die Förderung des Spitzensports durch den Bund und die Länder, sofern die Autonomie des Sports gewahrt bleibt, damit die Leistungen der Athletinnen und Athleten aller Sportarten und Disziplinen gleichermaßen anerkannt werden und die berufliche Aus- und Weiterbildung der Sportlerinnen und Sportler gewährleistet wird.

Die LINKE.Saar setzt sich ein für,

  • eine planmäßige Nachwuchsforderung, <//font>
  • eine durchgängige sportmedizinische Betreuung aller Athletinnen und Athleten,
  • die gesellschaftliche Anerkennung und existentielle Absicherung der Übungsleiter, Trainer, Ärzte, Physiotherapeuten, Wissenschaftler und anderer für das Training notwendigen Kräfte, auch durch einen öffentlich geforderten Beschäftigungssektor.

Die LINKE.Saar lehnt Doping und alle Forn1en der Manipulation von sportlichen Leistungen (Verwendung unerlaubter Mittel) ab und fordert die konsequente Durchsetzung diesbezüglicher Regelungen des IOC und der internationalen Sportverbände.

Kommunen und Vereine - Basis des Sports

Es ist unser Ziel, das Sporttreiben für alle die es wünschen, zu gewährleisten. Die LINKE.Saar setzt sich dafür ein, dass die Länder und Kommunen dafür mit ausreichenden Mitteln ausgestattet werden.

Die LINKE.Saar unterstützt auf kommunaler Ebene Aktivitäten, die dazu beitragen,

  • vorhandene Sport flächen und -stätten - einschließlich der Schwimmbäder zu erhalten, planerisch zu erfassen und mit dem erforderlichen Zuwachs in den entsprechenden Entwicklungs- und Bebauungskonzeptionen festzuschreiben,
  • die zweckentfremdete Nutzung oder Privatisierung von kommunalen Spielplätzen, Sportflächen, Sporthallen und Schwimmbädern zu verhindern,
  • eine bedarfsgerechte Verfügbarkeit sowie vielfältige und flexible Nutzung der Sportstätten ermöglichen,
  • die entgeltfreie Nutzung der Sportstätten und Schwimmbäder durch Schulen und gemeinnützige Sportvereine zu sichern und den freien Trägem sozialverträgliche Lösungen anzubieten,
  • gemeinnützige Sportvereine, -gruppen und -initiativen, insbesondere mit hohem Anteil von Kindern, Jugendlichen und/oder sozial schwachen Mitgliedern, kontinuierlich finanziell zu fördern,
  • die Tätigkeit im und für den Sport in den Kommunen personell zu unterstützen, u.a. durch einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor.
  • Entwicklungspläne für Sportanlagen unterschiedlicher Art zu erarbeiten bzw. zu vervollkommnen,
  • örtliche und regionale Initiativen, z. B. "Runde Tische von Freunden des Sports" oder Fördervereine zu unterstützen,
  • kommunale Sportausschüsse zu bilden und sachkundige Bürger zur Mitarbeit zu gewinnen und Sportentwicklungspläne erarbeiten.

Den Sportvereinen, als der entscheidenden organisatorischen Basis für den Freizeit- und Breitensport, sind durch die Länder und Kommunen die notwendigen finanziellen Mittel aus dem Finanzhaushalt zur Verfügung zu stellen, um den Sport für alle organisieren und kontinuierlich sichern zu können.

Die LINKE.Saar unterstützt die Übernahme von erweiterter Verantwortung für den Erhalt und Betrieb von Sportstätten durch gemeinnützige Sportvereine und Sportorganisationen im Rahmen bürgerschaftlichen Engagements.

Ehrenamt

Das Ehrenamt erweist sich auch im Sport als eine wichtige und notwendige Form der gesellschaftlichen Verantwortung und der Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger in einer demokratischen Gesellschaft. Die Bedingungen für die ehrenamtliche Tätigkeit sind jedoch nicht in dem Maße gewachsen wie die Anforderungen an diese Tätigkeit.

Deshalb geht die LINKE.Saar davon aus, dass gesellschaftliche Anerkennung und Unterstützung sowie finanzielle Förderung und Entlastung des Ehrenamtes gesetzlich zu sichern sind.

Die LINKE.Saar setzt sich dafür ein,

  • die Rahmenbedingungen ehrenamtlichen Engagements durch die Erarbeitung und Verabschiedung eines Gesetzes zur Förderung ehrenamtlich Tätiger auf Landesebene und entsprechende Förderrichtlinien für die kommunale Ebene zu vervollkommnen,
  • das Ehrenamt materiell und finanziell durch Erhöhung der Übungsleiterpauschale zu entlasten, für Sachkosten einen Ausgleich zu zahlen, Vorzugsregelungen zum Besuch von kommunalen Einrichtungen und für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu schaffen,
  • die ehrenamtlich Tätigen in den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung einzubeziehen.

Dabei sollen Übungs- und- Organisationsleiter gleichbehandelt werden.

Sport und Medien

Die Medien spielen eine wichtige Rolle bei der Verbreitung, Popularisierung und Förderung des Sports. Die LINKE.Saar setzt sich dafür ein und fordert, in den Medien überzeugend die humanistischen Werte des Sports aller Ebenen und den Sport als Element des Lebensvollzugs allen Menschen nah zu bringen. Die LINKE.Saar ist für den Erhalt der Dritten Programme der öffentlich rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten als Grundlage der Popularisierung regionaler Sportveranstaltungen und zur Darstellung des sportlichen Lebens in den Ländern und Kommunen. Sie dienen der Verbreitung regional bedeutsamer Sportarten sowie der Gewinnung neuer Interessenten für den Breitensport.

Sport und Europäische Union

Forderungen der LINKE.Saar für die Sicherung von Minimalstandards des gemeinnützigen Vereinssports in der Europäischen Union sind:

  • Sicherung der Belange des Sports und Verankerung des Rechts auf Sport für alle Menschen, unabhängig von ihrer Stellung in der Gesellschaft, als soziale Leistung in der EU-Verfassung.
  • Rechtliche Sicherung des Prinzips der Gemeinnützigkeit für den gemeinwohlorientierten Vereinssport.
  • Förderung des Ehrenamtes und steuerfreie Pauschale für adäquate Aufwandsentschädigungen.
  • Entgeltfreie Nutzung von Sportstätten für:<//font>
    • Gemeinnützigen Vereinssport,
    • Kinder- und Jugendsport,
    • Schulsport.
  • Gewährleistung der anteiligen Finanzierung des Sports durch Mittel aus Lotto/Toto u.ä. Glücksspielen und deren Zuordnung zum Ordnungsrecht,
  • Förderprogramme auflegen und rechtlich absichern,
  • Anpassung des steuerlichen Umgangs mit internationalen Sportorganisationen in den Staaten der Europäischen Union.
  • Fortführung der europäischen Sportkonferenzen auf Ministerebene und der Ebene der Sportleitungen. Dort sollen die Leistungen des Sports, Resultate, Förderung und Anforderungen im Rahmen der europäischen Integration dargestellt und erörtert werden.